
Chronische Schmerzen
Wenn Schmerz zum dauerhaften Begleiter wird
Chronische Schmerzen sind ein komplexes und für Betroffene oft sehr belastendes Gesundheitsproblem. Sie betreffen viele Lebensbereiche und gehen weit über das ursprüngliche körperliche Warnsignal hinaus.
Definition und Auswirkungen
Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn Schmerzen länger als sechs Monate bestehen bleiben und ihre ursprüngliche Schutz- und Warnfunktion verloren haben. In Deutschland sind schätzungsweise mehrere Millionen Menschen betroffen, Frauen häufiger als Männer.
Oft lassen sich chronische Schmerzen nicht eindeutig durch organische Befunde erklären. Dies kann bei Betroffenen Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit, Angst oder Niedergeschlagenheit hervorrufen. Der Schmerz wird dabei nicht nur körperlich, sondern zunehmend auch emotional erlebt.
Psychosoziale Einflussfaktoren
Chronische Schmerzen entstehen und bestehen selten isoliert. Häufig wirken belastende Lebensumstände verstärkend auf das Schmerzgeschehen, zum Beispiel:
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anhaltende berufliche oder private Überforderung
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der Verlust nahestehender Menschen oder des Arbeitsplatzes
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Trennungen und ungelöste emotionale Konflikte
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wirtschaftliche Sorgen und Existenzängste
Auch Ängste, depressive Verstimmungen oder anhaltender Stress können den sogenannten Schmerzkreislauf aufrechterhalten oder verstärken.
Schmerzgedächtnis und Dauerstress
Viele Menschen mit chronischen Schmerzen befinden sich in einem Zustand anhaltender innerer Anspannung. Dauerstress, Erschöpfung und Schlafstörungen sind häufige Begleiterscheinungen.
Im Nervensystem kann sich dabei ein sogenanntes Schmerzgedächtnis entwickeln. Das Gehirn „lernt“ den Schmerz und reagiert zunehmend empfindlicher. Dadurch kann selbst ein leichter Reiz – etwa eine Berührung oder ein Luftzug – als schmerzhaft wahrgenommen werden. Die individuelle Schmerzschwelle sinkt, während die Schmerzwahrnehmung zunimmt.
Einschränkungen im Alltag
Chronische Schmerzen beeinflussen oft den gesamten Alltag. Viele Betroffene fühlen sich durch den Schmerz dominiert und in ihrer Bewegungsfreiheit, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude eingeschränkt.
Da es schwerfällt, die Aufmerksamkeit vom Schmerz zu lösen, kommt es häufig zu verstärkten Muskelanspannungen. Diese wiederum können die Schmerzen weiter intensivieren – ein belastender Kreislauf entsteht.
Ganzheitliche Therapieansätze
Die Behandlung chronischer Schmerzen erfordert in der Regel einen ganzheitlichen Ansatz. Dieser kann medizinische, physiotherapeutische und psychologische Maßnahmen sinnvoll miteinander verbinden.
Hypnose als unterstützende Begleitung
Hypnosetherapie kann im Rahmen eines solchen Gesamtkonzepts eine unterstützende Rolle einnehmen. Sie kann dabei helfen,
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das Nervensystem zu beruhigen und Stressreaktionen zu reduzieren
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den Umgang mit Schmerzen zu verändern
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emotionale Belastungen zu entlasten
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die Wahrnehmung des Schmerzes positiv zu beeinflussen
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das Schmerzgedächtnis behutsam zu modulieren
Ziel der hypnotherapeutischen Arbeit ist es, mehr innere Ruhe, Selbstregulation und Handlungsspielraum im Umgang mit chronischen Schmerzen zu ermöglichen – als Ergänzung zu bestehenden medizinischen und therapeutischen Maßnahmen.
